Südunterführung: ADFC fordert Sofortmaßnahmen - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Bonn, Südunterführung © Gerd Billen

Südunterführung: ADFC fordert Sofortmaßnahmen

(Bonn 15.5.2023) Billen: „Wir dürfen nicht warten, bis die ersten Radfahrenden zu Schaden kommen“

Die Südunterführung am Bonner Hauptbahnhof entwickelt sich zunehmend zu einem Gefahrenpunkt für Radfahrer. Während sich Radler in Richtung Bahnhof unwohl fühlen, weil sie zwischen Bus- und Autospur fahren müssen und durch von hinten kommenden Busse bedrängt werden, kommt es in Gegenrichtung trotz markierten Radstreifens zu gefährlichen Begegnungen mit Bussen und Autos, die im Kurvenbereich den Radstreifen schneiden. Am Sonntag, 30. April, wurde eine Radfahrerin durch das ausscherende Heck eines Gelenkbusses Richtung Tunnelwand abgedrängt. Offenbar hatte der Busfahrer das Ausscheren des hinteren Busteils falsch eingeschätzt.

Bei einer Ortsbegehung des ADFC zeigte sich, dass im Kurvenbereich in Richtung Poppelsdorfer Allee häufig der erforderliche Mindestabstand zum Überholen von Radfahrern von 1,50 m nicht eingehalten wird. Pkw und Busse schneiden häufig den Radstreifen. Busse können aufgrund ihrer größeren Breite und ausschwenkendem Heck zudem Radfahrer überhaupt nicht mit ausreichendem Abstand im Kurvenbereich überholen.

Aus diesem Grund fordert der ADFC kurzfristig:

  • Überholverbot im Kurvenbereich: Auf der Spur Richtung Poppelsdorf muss ein Verbot zum Überholen von Radfahrern ausgesprochen werden. Ein solches Überholverbot existiert aktuell unter anderem am Koblenzer Tor, wo ebenfalls das Überholen von Radfahrern mit ausreichendem Abstand nicht möglich ist. In den ersten Monaten sollte ein auffälliges Banner auf die Neuregelung aufmerksam machen.
  • Die Stadtwerke werden gebeten, die Busfahrerinnen und Busfahrer auf die Gefahrenstelle hinzuweisen und das Überholen unterbinden.
  • Die Beleuchtung in der Unterführung muss verbessert werden. Die vorhandenen Lampen reichen nicht aus.

Für den ADFC ist die Sache dringlich, weil beim Zwischenfall am 30. April Gefahr für Leib und Leben der abgedrängten Radfahrerin bestand. Gerd Billen, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC in Bonn: „Wir dürfen nicht warten, bis die ersten Radfahrenden in der Südunterführung zu Schaden kommen.“

Bei Rückfragen wenden Sie sich an:

Gerd Billen, 0171 1735 783

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