Bonn für Spitzenplatz nominiert: Dörner fährt nach Berlin - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Bonn für Spitzenplatz nominiert: Dörner fährt nach Berlin

(Bonn/Siegburg, 15. März 2023) Auch Meckenheim und Bad Honnef mit Top-Ergebnissen eingeladen – OB Dörner: Freude über Ergebnis, aber: „Wir stehen noch am Anfang“

Gute Nachrichten für Bonn aus Berlin: Beim bundesweiten Fahrradklimatest 2022 des ADFC und des Bundesverkehrsministeriums hat die Bundesstadt einen großen Sprung nach vorn gemacht. Deshalb wurde Oberbürgermeisterin Katja Dörner zur Auszeichnungsveranstaltung nach Berlin eingeladen. Das teile der ADFC-Bundesverband der Stadt und dem ADFC-Kreisverband mit. Das genaue Ergebnis ist noch nicht bekannt, aber nach Berlin werden nur Kommunen eingeladen, die bundesweit Spitzenplätze einnehmen oder ihr Ergebnis weit überdurchschnittlich verbessert haben. Das genaue Ergebnis wird am 24. April 2023 auf einer gemeinsamen Pressekonferenz und Preisverleihung des ADFC und des Bundesverkehrsministeriums bekannt gegeben. „Wir freuen uns sehr über die Nominierung. Das ist eine Bestätigung für unsere Anstrengungen der letzten beiden Jahre, den Radverkehr in Bonn attraktiver und vor allem sicherer zu machen“, antwortete OB Dörner dem ADFC-Kreisverband. „Klar ist aber auch, dass wir noch am Anfang stehen: Unser Ziel ist ein durchgängiges und sicheres Radwegenetz für ganz Bonn, auf dem auch Kinder und ältere Menschen sich sicher und komfortabel durch die Stadt bewegen können.“

Auch die Bürgermeister von Meckenheim und Bad Honnef, Holger Jung und Otto Neuhoff, sind nach Berlin eingeladen. Meckenheim hatte schon 2020 glänzend abgeschnitten und in seiner Städtekategorie den 1. Platz in NRW und den 2. Platz bundesweit erreicht. Eine Überraschung ist die Einladung für Bad Honnef. Die Stadt hatte 2020 mit der Schulnote 4,51 den vorletzten Platz im Rhein-Sieg-Kreis erreicht und lag bundesweit von 415 Kommunen zwischen 20.000 und 50.000 Einwohner nur auf Rang 401. Inzwischen hat Bad Honnef ein Fahrradkonzept entwickelt und die ersten Maßnahmen umgesetzt. Umlaufsperren wurden durch Bodenwellen ersetzt, Poller entschärft, ein Marketingkonzept „Radmomente“ entwickelt, selbst auf Hauptstraßen Radstreifen angelegt, loben die Bad Honnefer ADFC-Sprecher Bernhard Steinhaus und Lars Düerkop.

Weniger überrascht ist der Meckenheimer ADFC-Sprecher Hans-Peter Eckart, dass Meckenheim erneut bundesweit ein Spitzenposition einnimmt. Denn die Stadt baut ihr teilweise autofreies Radroutennetz weiter aus, ein neues Baugebiet wird vom Start weg ans Netz angeschlossen und mit ausreichend Abstellanlagen ausgestattet. Das Verleihsystem wird weiter ausgebaut, lobt Eckart.

Dass die Radverkehrsmaßnahmen in Bonn durch die Radfahrer honoriert werden, freut Bernhard Meier, 2. Vorsitzender des ADFC Bonn/Rhein-Sieg: „Wir sind gespannt auf die Detailauswertung. Die Nominierung muss für die gesamte Stadt Ansporn sein, noch zügiger und konsequenter die Verkehrswende voranzutreiben“, so Meier. Bonn hatte 2020 die Schulnote 4,2 erreicht und landete von 26 Großstädten zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern im Mittelfeld auf Rang 14. Der Sieger Karlsruhe hatte 2020 eine Note von 3,1 knapp vor Münster mit 3,2. Die Bewertung für Bonn hat sich offenbar so verbessert, dass Dörner nun Bonn in Berlin auf der Preisverleihung vertreten darf.

Bei der ADFC-Pressekonferenz 2021 hatte OB Dörner angekündigt: „Die Note von 4,2 ist eine riesige Herausforderung; die Aufholjagd ist eingeläutet.“ Annette Quaedvlieg, 1. Vorsitzende des ADFC Bonn/Rhein-Sieg: „Die Aufholjagd zeitigt Erfolge. Es gibt Ergebnisse in Sachen Fahrradfreundlichkeit, die von den Bürgerinnen der Stadt positiv wahrgenommen und bewertet werden.“

Der 10. ADFC-Fahrradklimatest fand vom 1. September bis zum 30. November 2022 statt. Bundesweit nahmen 245.000 Radfahrer in Deutschland teil, in Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen waren es über 5100 Teilnehmer. Über 1100 Städte aus sechs Ortgrößengruppen haben die geforderte Mindestteilnehmerzahl erreicht und sind so in die Wertung für das Städteranking gekommen. Neben Bonn haben alle 19 Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis erstmals die Mindestteilnahmezahl erreicht, im Kreis Euskirchen sind es vier Kommunen.

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