Verkehrsunfallbilanz 2025: Verkehrssicherheit muss absoluten Vorrang haben! - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Geisterrad

Geisterrad © Axel Mörer

Verkehrsunfallbilanz 2025: Verkehrssicherheit muss absoluten Vorrang haben!

Anläßlich der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz für 2025 durch das nordrhein-westfälische Innenministerium und die Kreispolizeibehörden am 11.03.203 hier eine Stellungnahme des Vorsitzenden des ADFC Bonn/Rhein-Sieg, Bernhard Meier.

„Der starke Anstieg der Zahl der im Straßenverkehr in NRW und in der Region Bonn getöteten Radfahrer und Radfahrerinnen ist ein Alarmzeichen, das alle, die Verantwortung tragen, zu Konsequenzen mahnt“, sagt Bernhard Meier, Vorsitzender des ADFC in Bonn. Der Straßenverkehr „wird dichter, vielfältiger und damit komplexer.“ Heute teilen sich Autos, Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder, E‑Scooter, Motorräder und Fußgänger oft denselben, engen Raum. Neue Straßen und Wege kommen dagegen kaum hinzu. „Wo mehr Verkehr auf gleich viel Raum trifft, entstehen neue Konflikte – und diese Konflikte schlagen sich in den Unfallzahlen nieder“, so Innenmister Herbert Reul heute (11.03.2026). „Da hat er Recht. Es kommt aber darauf an, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen“, fordert ADFC-Vorsitzender Meier. 

 

Tödlich verunglückteFahrrad und Pedeleczu Fuß gehendeVerkehrstote gesamt

2024

2025

2024

2025

2024

2025

PP Bonn

3

7

2

2

10

13

KPB Siegburg

3

2

1

3

11

7

NRW

80

106

90

87

485

479

  

Schwer-verletzteFahrrad und Pedeleczu Fuß gehendeSchwerverletzte gesamt

2024

2025

2024

2025

2024

2025

PP Bonn

118

100

35

26

271

256

KPB Siegburg

32

44

14

10

149

152

Nach wie vor sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer, also Radfahrer und Fußgänger, die Leidtragenden dieser Entwicklung. „In Konfliktsituationen mit anderen Verkehrsteilnehmenden sind Fahrrad- und Pedelecfahrende zumeist Opfer. 66 Prozent dieser Verkehrsunfälle mit Personenschaden werden durch andere Verkehrsteilnehmende verursacht“, stellte der Innenminister heute fest.

Der ADFC sieht alle Beteiligten, Verkehrsbehörden, Baulastträger, Polizei, Planungs- und Tiefbauämter, aber auch die Radfahrenden selbst in der Pflicht, damit die vielfach beschworene „Vision Zero“, keine Verkehrstoten mehr, Wirklichkeit werden kann. 

Die Verkehrsbehörden sind gefordert: Nach der Reform von Straßenverkehrsgesetz, Straßenverkehrsordnung und Verwaltungsverordnung zur StVO geht die Sicherheit immer vor, ist die Leichtigkeit des Verkehrs immer nachrangig gegenüber der Verkehrssicherheit zu betrachten! Das gilt auch für die Einrichtung von Baustellen wie beim Bundesamt für Justiz auf der Bonner Adenauerallee.

Die Kommunen sind gefordert: Weisen Sie Tempo 30 großzügig aus und treten Sie, wo noch nicht geschehen, der Städteinitiative "Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“bei! Gerade seit der Sperrung der Bonner Nordbrücke für schwere Lkw ist eine Temporeduzierung auf den Ausweichstrecken im Bonner Stadtgebiet für die Verkehrssicherheit unerlässlich.

Der Gesetzgeber im Bund ist gefordert: Lassen Sie ab von der ideologiegetriebenen „Kein Tempolimit-Sicht! Ermöglichen Sie den Kommunen, Tempo 30 flächendeckend innerorts anzuordnen! Der ADFC will seit langem innerorts Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, Tempo 70 auf Landstraßen ohne Radinfrastruktur, Tempo 130 auf Bundesautobahnen.

Die Baulastträger der Straßeninfrastruktur sind gefordert: Bauen Sie sichere Radwege, sichere Kreuzungen und Querungen!

Die Radfahrenden sind gefordert: Tragen Sie einen Helm! Der verhindert zwar keine Unfälle, mildert aber die Folgen. Besuchen Sie, gerade wenn Sie vielleicht nach Jahren der Fahrradabstinenz auf ein Pedelec umsteigen, einen Kurs für sicheres Fahren, wie sie von Polizei, Verkehrswacht und ADFC angeboten werden.

Alle Verkehrsteilnehmer sind gefordert: Auch in Zeiten zunehmender Regellosigkeit sind Verkehrsregeln nicht sinnlos. Geschlossenen Schranken, rote Ampeln, Tempolimits, Abstandsregeln, Überhol- und Handyverbote sind kein Spaß, sondern Regeln, die für alle gelten. Wenn dann noch Vorsicht und Respekt dazu kommen, klappt Vieles besser.

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