
ADFC NRW startet Sicherheitskampagne
Die Zahlen sind ein deutlicher Weckruf - etwa jede sechste im Straßenverkehr getötete Person war mit dem Fahrrad unterwegs - Gesamtzahl der Verkehrstoten sinkt langfristig, aber Entwicklung im Radverkehr leider in die entgegengesetzte Richtung
Die Zahlen sind ein deutlicher Weckruf: 462 Radfahrende kamen im Jahr 2025 in Deutschland ums Leben, knapp vier Prozent mehr als im Vorjahr. Damit war etwa jede sechste im Straßenverkehr getötete Person mit dem Fahrrad unterwegs. Während die Gesamtzahl der Verkehrstoten langfristig sinkt, entwickelt sich der Radverkehr leider in die entgegengesetzte Richtung.
Vor diesem Hintergrund hat der ADFC NRW auf seiner Landesversammlung in Münster die Verkehrssicherheit ganz oben auf die Agenda gesetzt. Unter dem Motto „einfach.sicher.radfahren.“ soll das Thema in den kommenden Jahren stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Umsetzung der Vision Zero, also das Ziel, dass es keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr gibt, gilt es voranzutreiben.
Zehn Maßnahmen stehen im Zentrum der Kampagne (siehe Bild und Link zum Landesverband)
Zu oft ist es gegenwärtig so, dass bei schweren Verkehrsunfällen immer zuerst nach dem Helm gefragt wird, dass Appelle einseitig an Radfahrende gerichtet werden und die Verantwortung letztlich oft den schwächeren Verkehrsteilnehmer*innen zugeschoben wird. Die Kampagne zielt entsprechend darauf ab, Verantwortliche dazu zu bewegen, endlich auch die eigentliche Gefahr, also gefährliches Fehlverhalten von Autofahrer*innen, stärker in den Blick zu nehmen.
Neben der stärkeren Kontrolle von klarem Fehlverhalten sieht der ADFC auch bei den „legalen“ Geschwindigkeiten erheblichen Handlungsbedarf. Mehr Tempo 30 innerorts und reduzierte Höchstgeschwindigkeiten auf Landstraßen ohne Radweg senken das Risiko schwerer Unfälle, wie zahlreiche Studien belegen.
Der Tenor ist klar: Einzelmaßnahmen reichen nicht mehr aus. Wer Verkehrssicherheit ernst nimmt, muss den Straßenverkehr ganzheitlich in den Blick nehmen und dabei auch Konflikte um Raum und Prioritätensetzung nicht scheuen. Auch in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sehen wir erheblichen Handlungsbedarf. Beim Umgang mit Falschparkern und illegalen Überholmanövern, bei der Ausweitung von Tempo 30 oder beim Ausbau sicherer Radverbindungen wie den Velo- und Radpendlerrouten zeigt sich auch hier, dass mehr Konsequenz dringend nötig ist.
Die Initiative des ADFC NRW setzt hier ein deutliches Signal. Verkehrssicherheit ist keine Randfrage, sondern die Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen tatsächlich angstfrei Fahrrad fahren können, was die Grundlage für eine nachhaltige Mobilität in unserer Region ist.







