Nordbrücke für Radfahrende und Fußgänger öffnen - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Sperrbaken vor einer Auffahrt zur Nordbrücke

Sperrung Nordbrücke © Giacomo Zucca / Bundesstadt Bonn

Nordbrücke für Radfahrende und Fußgänger öffnen

Bonn, 05.06.2026: ADFC: Pendler aus Vororten sollten aufs Rad umsteigen – Fahrradclub fordert Rücksicht: Viele Schüler fahren zum ersten Mal mit dem Rad zur Schule

Der ADFC Bonn/Rhein-Sieg fordert die Verantwortlichen in der Region auf, das aktuelle Verkehrschaos nicht auf Kosten von Bussen, Bahnen und Radverkehr lösen zu wollen. „Busse und Bahnen müssen fahren können, um die Pendler aufzunehmen, die nicht mehr mit dem Auto die Stadt erreichen können“, so ADFC-Vorsitzender Peter Lorscheid. „Zudem muss der Radverkehr deutlich mehr Verkehrslast übernehmen. Der Verkehr wird nicht ins Fließen kommen, wenn nicht Tausende von Pendlern in den Bonner Vororten vom Auto aufs Rad umsteigen. Dafür ist jetzt der Moment“, so Lorscheid. Gerade die Pendler in den linksrheinischen Kommunen Bornheim, Alfter, Swisttal, Meckenheim, Rheinbach und Wachtberg und rechtsrheinisch in Bad Honnef, Königswinter, Sankt Augustin, Siegburg, Troisdorf und Niederkassel seien gefragt, weil sie per Rad oder Pedelec den Weg zur Arbeit jetzt viel schneller, sicherer und zuverlässiger zurücklegen können.

An die Verantwortlichen in der Region appelliert der ADFC, jetzt nicht Bus- und Radspuren dem Autoverkehr zu opfern. „Es gibt auf den großen Verkehrsachsen immer Engstellen, die den Durchfluss begrenzen. Da macht es keinen Sinn, zwischen diesen Engstellen die Rückstaufläche auf zwei Fahrspuren zu verbreitern, gleichzeitig aber den Radverkehr, der jetzt mehr leisten muss, zu behindern“, so der Verkehrspolitische Sprecher des ADFC, Wolfgang Utehs. Eine Freigabe der ÖPNV-Spuren auf der Kennedybrücke für den Autoverkehr würde nur dazu führen, dass auch noch die Bahnen im Stau stehen. „Die meisten Einfallstraßen in die Stadt sind nur zweispurig wie die B56, Siegburger Straße, Niederkasseler Straße und Kölnstraße, so dass der Durchfluss immer gleich bleibt, auch wenn man kurze Strecken auf mehr Fahrspuren aufweitet.“

„Es muss jetzt darum gehen, die Anzahl der in die Stadt fahrenden Autos zu reduzieren, um überhaupt noch einen flließenden Verkehr in Bonn zu ermöglichen“, so Utehs. „Deshalb sind die Pendler in der Region aufgefordert, so viele Wege wie möglich per Rad, Bus, Bahn oder zu Fuß zurückzulegen.“ Dazu fordert der ADFC die Einrichtung von P&R an der Bonner Peripherie, um Pendler mit Shuttle Bussen nach Bonn zu bringen. Gleichzeitig müssten die Routen für den Busverkehr freigehalten werden. Auch Radwege müssten frei bleiben und nicht umgewidmet werden. „Der Radverkehr muss jetzt mehr Verkehre abwickeln und nicht weniger“, so Utehs.

ADFC fordert Prüfung, ob Nordbrücke für Fußgänger und Radfahrende freigegeben werden kann

Zudem kritisisiert der ADFC, dass die Nordbrücke für Fußgänger und Radfahrer gesperrt ist und deshalb große Umwege nehmen müssen. Da nur die Vorlandbrücke wegen ihrer Risse nicht mehr nutzbar ist, könnte die eigentliche Brücke über den Rhein weiterhin genutzt werden. Linksrheinisch gelangen Radfahrer und Fußgänger über zwei Spindelrampen direkt auf die Brücke. „Wir fordern die Autobahn GmbH auf, die Freigabe kurzfristig zu überprüfen“, so Peter Lorscheid. „Die Verantwortungsträger müssen alles tun, damit so viele Pendler wie möglich auf das Rad umsteigen.“

Rücksichtnahme ist jetzt gefragt

Zudem bittet der ADFC die Autofahrer trotz des Verkehrschaos und des entstehenden Stresses, so rücksichtsvoll wie möglich zu bleiben. Der ADFC geht davon aus, dass deutlich mehr Schülerinnen und Schüler, die sonst mit dem Bus unterwegs sind, jetzt aufs Rad umsteigen. „Viele fahren vielleicht zum ersten Mal mit dem Rad zur Schule. Wenn sich die ungeübten Schüler durch den chaotischen Verkehr mit viel ungewohntem Schwerverkehr ohne geeignete Radinfrastruktur durchschlagen müssen, wird es gefährlich“, so ADFC-Verkehrspsychologin Martina Suing. „Wir sollten bei all der Notwendigkeit, den Verkehr trotz Brückensperrung zum Fließen zu bringen nicht vergessen, dass wir die Sicherheit von Schulkindern und älteren Menschen nicht aufs Spiel setzen. Deshalb ist es jetzt wichtiger denn je, dass die Durchgängigkeit von Radrouten nicht reduziert wird und Ummarkierungen zu Lasten des Radverkehrs vorgenommen werden. Denn der Lkw- und Kfz-Verkehr ist auf die Radfahrenden angewiesen, um die Verkehrsmenge zu reduzieren.“

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