Neue Radspuren auf Adenauerallee - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Adenauerallee Bonn © ADFC / Sebastian Klein

Neue Radspuren auf Adenauerallee

(August 2023) Mehr Platz für mehr Radelnde, weniger für weniger Autofahrende: Erstmal nur ein Verkehrsversuch

Die B9 und vor allem der Kanal darunter sind sanierungsbedürftig. Die notwendigen Bauarbeiten wollte die Bonner Stadtverwaltung nutzen, um den vorhandenen Raum auf der Fahrbahn neu aufzuteilen. Zwischen Koblenzer Tor und Kanzlerplatz soll es künftig nur noch auf einer Fahrspur je Fahrtrichtung für den motorisierten Verkehr voran gehen, dazu kämen zusätzliche Abbiegespuren in den Kreuzungsbereichen, Ladezonen, mehr Bäume, Bänke und Fahrradbügel sowie ein baulich abgetrennter zwei Meter breiter Radfahrstreifen je Fahrtrichtung.

Vor allem die SPD in der Bonner Ratskoalition mit Grünen, Linken und Volt hatte hier aber Bedenken angesichts des sich formierenden Protestes. Die Autofahrerlobby möchte weiterhin lieber auf je zwei Fahrstreifen vor dem Engpass Koblenzer Tor im Stau stehen. Der Kompromiss im Bonner Rat: Von Januar bis März soll zunächst ein Verkehrsversuch mit einstreifigem Autoverkehr und provisorisch baulich abgegrenzter Radspur stattfinden.
 
Das Stadtplanungsamt hatte in einer detaillierten Beratungsvorlage ausgeführt, dass die Verkehrsbelastung mit Kfz auf der Adenauerallee rückläufig sei, während der Fahrradverkehr zunehme. Die aktuell gemessene Verkehrsstärke von 1.600 Kfz pro Spitzenstunde könne auch auf einem Fahrstreifen abgewickelt werden. Zumal ohnehin der gesamte Verkehr sich vor dem historischen Koblenzer Tor auf einen Fahrstreifen einfädeln muss. Nach der Sanierung sei eine regelkonforme Neuaufteilung der Adenauerallee mit vier Autofahrstreifen zuzüglich geschütztem Radweg nicht möglich, da der vorhandene Platz dafür nicht ausreiche.
 
Der ADFC hat oft genug darauf hingewiesen, wie abschreckend das Radfahren auf der Adenauerallee ist. Kaum ein Pkw hält den notwendigen Abstand von 1,5 m beim Überholen von Radfahrenden ein. Das Argument der Autolobby, es gebe mit Rheinufer und Kaiserstraße schöne parallele Radstrecken, verkennt, dass es erheblichen Ziel- und Quellverkehr auf der Adenauerallee gibt: Beethovengymnasium, Juridicum, Universitätsbibliothek, Museen, Bundesrechnungshof, Bundeszentrale für politische Bildung, das Internationale Paralympic Committee, Bundesamt für Justiz sind nur einige der Ziele, die auch mit dem Rad sicher erreicht werden müssen. Der ADFC bedauert, dass der fahrradfreundliche Umbau der Adenauerallee jetzt verzögert wird. Alle Radfahrenden müssen auch auf der einstigen Diplomatenrennbahn unabhängig von Alter, Gesundheit sowie persönlichem Mut oder Risikobereitschaft ihre Ziele dort sicher erreichen können.

Weiter Informationen in der Pressemitteilung der Stadt Bonn vom 23.08.2023: Verkehrsversuch auf der Adenauerallee ab Januar 2023 (einschließlich anschaulicher Visualisierungen)

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