Immer mehr Radfahrende tragen freiwillig einen Helm - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Grafik, die zeigt, dass im Jahr 2020 deutlich mehr Menschen einen Fahrradhelm als in den Vorjahren trugen

Im Jahr 2020 trugen deutlich mehr Menschen einen Fahrradhelm als in den Vorjahren © BASt

Immer mehr Radfahrende tragen freiwillig einen Helm

ADFC: Helmpflicht bringt nichts – Sichere Fahrrad-Infrastruktur ist notwendig

Immer mehr Menschen tragen beim Fahrradfahren einen Helm. Insbesondere Kinder zwischen 11 und 16 Jahren und Ältere ab 61 trugen im Jahr 2020 deutlich häufiger einen Helm als in den Vorjahren. Das hat jetzt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ermittelt, die jährlich Erhebungen zu Sicherungsquoten im Straßenverkehr durchführen lässt.

„Das ist ein gutes Ergebnis. Wir sehen uns in der Erhebung der BASt darin bestärkt, beim Helmtragen auf Freiwilligkeit zu setzen und an die Vernunft zu appellieren“, so Bernhard Meier, 2. Vorsitzender des ADFC Bonn/Rhein-Sieg. Der Fahrradclub lehnt eine Helmplicht für Rad fahrende Menschen ab. „Radfahren ist ja kein Risikosport, sondern eine vernünftige, gesunde und umweltschonende Art der Fortbewegung. Ein Helm kann keine Unfälle vermeiden, wohl aber dessen Folgen mildern. Unfälle vermeiden kann man nur durch eine bessere und sicherere Infrastruktur für Radfahrende. Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrende, geringere Geschwindigkeiten, rücksichtsvolles, umsichtiges und vorausschauendes Verhalten aller Verkehrsteilnehmer tragen zur Unfallvermeidung bei“, so Meier.

Der ADFC will es den Radfahrenden überlassen, ob sie einen Helm tragen möchten, und das aus gutem Grund: In den meisten europäischen Ländern, selbst im Fahrradland Niederlande, gibt es keine Helmpflicht. Länder, die eine Helmpflicht für Radfahrende eingeführt haben, mussten feststellen, dass mit der Einführung der Helmpflicht die Zahl der Radfahrenden deutlich gesunken ist.

Wer einen Helm trägt, sollte sich auch kein falsches Bild von dessen Leistungsfähigkeit machen. TÜV- und GS-Siegel testen nach Norm, ob Helme einer Aufprallgeschwindigkeit von 20 km/h standhalten. Das ist besser als nichts, aber keine Versicherung gegen schwere Unfallfolgen.

Nach der Untersuchung der BASt griffen Radfahrende 2020 immer häufiger zum Helm: Über alle Altersgruppen hinweg trugen über ein Viertel (26 Prozent gegenüber 23 Prozent im Vorjahr) der beobachteten Radler einen Schutzhelm. 82 Prozent der Kinder von 6 bis 10 Jahren hatten ein Helm auf. Bei den 11- bis 16-Jährigen ist die Helmnutzung deutlich gestiegen und liegt nunmehr bei über der Hälfte: 54 statt 34 Prozent in 2019. Auch bei fast allen anderen Altersgruppen stieg die Nutzung – bei den ab 61-Jährigen auf 43 Prozent gegenüber 21 Prozent im Vorjahr.

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