ADFC: Land blockiert bewusst Radschnellweg am Tausendfüßler (A) - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Landkarte Neubau Tausendfüßler

Neubau Tausendfüßler © Straßen.NRW

ADFC: Land blockiert bewusst Radschnellweg am Tausendfüßler (A)

An der A40 wird Radweg noch während der Baumaßnahme umgeplant und verbreitert – ADFC fordert Stadt und Kreis auf, mit Verkehrsminister Wüst zu verhandeln.

Offenbar ist das Land NRW doch in der Lage, auch kurzfristig und sogar im laufenden Verfahren Radschnellwege an Autobahnen umzusetzen. Während das Land den Bau des Radschnellweges entlang der A565 durch Bonn blockiert, obwohl die Bauarbeiten für den neuen Tausendfüßler erst 2023 beginnen, verbreitert das Land an der Autobahnbrücke Neuenkamp der A40 in Duisburg den dortigen Radweg auf vier Meter, damit der Radschnellweg RS1 von Hamm nach Duisburg über den Rhein bis nach Moers verlängert werden kann. Und das ist möglich, obwohl die neue Autobahnbrücke längst im Bau ist. Der erste Spatenstich für den Ausbau der A40 zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen erfolgte bereits am 16.12.2019, knapp ein Jahr nachdem der Planfeststellungsbeschluss durch die Bezirksregierung Düsseldorf erlassen worden war. 2023 soll die erste Brückenhälfte fertig werden, 2026 das zweite Brückenbauwerk. 

Was in Duisburg möglich ist, blockiert Landesverkehrsminister Hendrik Wüst in Bonn seit 2017. Damals hatte der ADFC Bonn/Rhein-Sieg die Trasse entlang der A565 innerhalb des Bonner Stadtgebiets für einen regionalen Radschnellweg als Ost-West-Verbindung zwischen den links- und rechtsrheinischen Teilen des Rhein-Sieg-Kreises vorgeschlagen. In Bonn würde die direkte Linienführung dieser Trasse zwischen dem Uni-Campus in Bonn-Endenich und der Rheinquerung auf der ebenfalls neu zu bauenden Bonner Nordbrücke optimal entlang des Brückenbauwerks Tausendfüßler der A565 verlaufen. Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis waren damals dieser Einschätzung gefolgt und hatten eine „Wirtschaftlichkeitsberechnung und Potenzialnachweis für den geplanten Radschnellweg (RSW) Bonn/Rhein-Sieg“ vorgelegt. 

Der ADFC Bonn/Rhein-Sieg will im Planfeststellungsverfahren, das für den Ausbau der A565 gerade erst begonnen hat, erreichen, dass der Radschnellweg mitgeplant wird. Dafür hatte der ADFC eine umfangreiche Stellungnahme im Planfeststellungsverfahren abgegeben. „Bundes- und Landesverkehrsministerium müssen jetzt ihre Blockadehaltung aufgeben und den Landesbetrieb Straßen.NRW bzw. die Autobahn GmbH des Bundes beauftragen, eine zukunftsfähige und klimaverträgliche Planung vorzulegen. Dazu gehört zwingend der Bau der parallelen Trasse für den Radschnellweg. Der ist für den von allen angestrebten Radverkehrsanteil von 25 Prozent unverzichtbar“, fordert Bernhard Meier, zweiter Vorsitzender des ADFC Bonn/Rhein-Sieg. 

Zudem bittet der ADFC die Stadt Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis, die die Forderung nach einem Radschnellweg entlang der A565 unterstützen, sich erneut beim Land und direkt beim Minister einzusetzen und auf den Präzedenzfall an der A40 hinzuweisen. 

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