ADFC: Cityring für Radfahrer und Fußgänger - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Mehr Freiraum ohne Autos © Werner Böttcher

ADFC: Cityring für Radfahrer und Fußgänger

Rathausgasse für den Durchgangsverkehr sperren: Zufahrt zu innerstädtischen Parkgaragen statt Durchgangsverkehr in der Rathausgasse und am Hof .

Eine Rückkehr zu einer sachlichen Debatte sowie konkrete Maßnahmen zur Verkehrslenkung in der Innenstadt fordert der ADFC Bonn/Rhein-Sieg. Mit Blick auf die Staus auf dem Cityring dürfe das Gesamtprojekt einer Reduzierung des Autoverkehrs auf ausgewählten Strecken in der Bonner Innenstadt nicht in Frage gestellt werden. Dass sich Autofahrer in den ersten Wochen der Neuregelung partout nicht an Verkehrszeichen und Umleitungsstrecken halten, aber blind ihren Navigationsgeräten folgen, ist für den ADFC kein Grund, die Unterbrechung des Cityrings aufzugeben.  

„Es muss einer Stadt erlaubt sein zu entscheiden, den Verkehr auf zentralen Plätzen wie ZOB und vor dem Hauptbahnhof zu beruhigen und den Verkehrsraum für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrende neu zu gestalten“, so der 2. ADFC-Kreisvorsitzende Bernhard Meier. „Wer auf der B9 der Umleitungsempfehlung zum Rheinufer folgt, steht nicht im Stau. Dazu genügt es, den Schildern statt dem Navi zu vertrauen.“ Es sei ein Unding, dass die Autofahrer stattdessen über Stockentor oder vom Rhein kommend geradeaus durch die Rathausgasse fahren und so selbst für ein Verkehrschaos sorgen. Dass Autofahrer Einbahnstraßen in Gegenrichtung nutzen, sogar durch den Busbahnhof fahren, Radfahrer und Fußgänger durch Wendemanöver und Stehen auf Radstreifen gefährden und den ÖPNV blockieren, sei nicht hinnehmbar. 

Zur Lösung schlägt der ADFC vor, die Rathausgasse für den Durchgangsverkehr zu sperren und dort neben Bussen und Radfahrern nur noch Anlieger- und Lieferverkehr zuzulassen. Die Einfahrt in die Rathausgasse am Belderberg müsste entsprechend beschildert werden. „Durch die Unterbrechung des Cityrings am Busbahnhof hat die Rathausgasse für den Autoverkehr nur noch eine geringe Bedeutung“, begründet der verkehrspolitische Sprecher des ADFC, Werner Böttcher. „Dort kann man ohnehin nicht parken, nicht anhalten. Die Marktgarage bleibe hingegen unverändert erreichbar und der Verkehr aus der Garage könne wie bisher in Richtung Martinsplatz, über Am Neutor und Am Hofgarten abfließen. Die Begrenzung auf Anlieger und Lieferanten sei die Lösung, um den Busverkehr zu beschleunigen.  

Zudem sei es für Radfahrer derzeit kaum noch möglich, die Strecke zwischen Martinsplatz und Rathausgasse zu befahren. Für den gegenläufigen Radverkehr bleibe oft kaum noch Platz, es komme zu gefährlichen Situationen, weil die im Stau stehenden Autos und Busse auf die Radspur ausweichen. Dabei sei diese Strecke eine wichtige Radverkehrsverbindung zwischen Hauptbahnhof und Rheinufer / Kennedybrücke. „Sie stellt einen wichtigen Baustein eines künftigen Radhauptroutennetzes dar, wozu der ADFC bereits im vergangenen Sommer konstruktive Vorschläge vorgelegt hat“, so Böttcher. Für Fußgänger entstünde zudem auch eine attraktive Verbindung zwischen Fußgängerzone und Hofgarten. Die schon in der Schublade liegenden Pläne der Stadt zur Umgestaltung des Areals mit mehr Aufenthaltsqualität könnten umgesetzt werden.  

„Außerdem sollte man den Autoverkehr aus dem Bonner Süden schon am Bundeskanzlerplatz auf die Sperrung des Cityrings hinweisen und über die Reuterstraße in den Westen zu führen“, so Böttcher. So könne der Durchgangsverkehr in der Innenstadt verringert und künftig gezielt auf Autofahrten mit dem Ziel der innerstädtischen Tiefgaragen fokussiert werden. „Allerdings wird sich die Situation sowieso bald entspannen, wenn die Navis die Situation richtig abbilden und auch die Bonner Autofahrer ihre Gewohnheiten umstellen und die Beschilderung beachten“, so Böttcher. 

Der ADFC erinnert in der Debatte daran, dass Maßnahmen wie die Verkehrsberuhigung in der Rathausgasse, die Unterbrechung des Cityrings und die Neugestaltung des Rheinufers den Sinn haben, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und die Attraktivität des dortigen Einzelhandels zu verbessern. „Die bessere Verknüpfung von Fußgängerzone mit dem Hofgarten und dem Rhein werden auch Rathausgasse, Stockenstraße und Am Hof zu Gute kommen, wenn diese Straßen künftig nicht mehr vom Autoverkehr geprägt, sondern ebenfalls Teil einer attraktiven Innenstadt werden,“ so Böttcher. Dafür dienten die Maßnahmen, sie seien eben keine Schikane gegen Autofahrer, sondern eine innovative Zukunftsperspektive für alle. 

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