Konflikt um Verkehrsversuch Adenauerallee befriedet? - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Adenauerallee © Martin Weiser

Konflikt um Verkehrsversuch Adenauerallee befriedet?

(1. Sept. 2024) Radfahrende bekommen endlich mehr Schutz und breitere Wege / Tempo 30 gefordert

Der Bonner Stadtrat hat in seiner Sitzung am 29. August dem Kompromiss der Verwaltung zur künftigen Markierung der Adenauerallee zugestimmt. Demnach wird es nach Abschluss der aktuellen Kanalarbeiten nur im Abschnitt zwischen Koblenzer Tor und Weberstraße/Zweiter Fährgasse einen geschützten Fahrradstreifen (sog. Protected Bike Lane) geben. Der Schutz der Radfahrenden ist dort besonders wichtig, da mit Unibibliothek, Juridicum und Beethovengymnasium sehr viel Ziel- und Quellverkehr mit dem Rad stattfindet. Im südlichen Bereich bis zum Bundeskanzlerplatz ist ein zwei Meter breiter, an den Seiten zusätzlich rot markierter Radfahrstreifen (weiße Markierung) für den Radverkehr geplant. Der Kfz-Verkehr bekommt dort eine überbreite Fahrspur, die das Vorbeifahren an wartenden, abbiegenden oder defekten Fahrzeugen möglich machen soll. In der Adenauerallee und den Seitenstraßen werden 20 neue Ladezonen geschaffen.

Der ADFC hätte sich auf der ganzen Strecke eine durchgehende Protected Bike Lane gewünscht. Dies wäre das beste Mittel gewesen, um sicheren und attraktiven Radverkehr für alle zu ermöglichen. Allerdings sehen wir auch, dass der jetzt gefundene Kompromiss erhebliche Verbesserungen der Verkehrssicherheit mit sich bringen kann. Die Verkehrswende braucht einen von Vernunft geleiteten Dialog in der Stadtgesellschaft. Dafür müssen Kompromisse gefunden werden. Deshalb können wir uns als Verband der Radfahrenden mit der Umsetzung der jetzt beschlossenen Variante einverstanden erklären.
 
Allerdings befürchten wir, dass überbreite Kfz-Spuren von 4 bis 5 Metern Breite zu schnellem Fahren verleiten. Deshalb fordert der ADFC nach dem Umbau und der Neumarkierung der Adenauerallee im ganzen Abschnitt ein Tempolimit von 30 km/h. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist Bonn doch wie inzwischen 1109 Städte, Gemeinden und Landkreise der Städteinitiative "Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten" beigetreten.

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