Beschluss für Beethoven-Radbrücke - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

"Passarelle des Deux Rives" zwischen Kehl und Straßburg © Claudia Riepe

Beschluss für Beethoven-Radbrücke

Mehr Platz und direkte Verbindung für Fußgänger und Radfahrer

Als Aufbruchsignal für mehr Mut in der Verkehrspolitik bewertet der ADFC Bonn/Rhein-Sieg den fast einstimmigen Beschluss des Bonner Planungsausschusses für eine Machbarkeitsstudie zum Bau einer neuen Rheinbrücke nur für Fußgänger und Radfahrer. „Bislang fehlen uns wegweisende Fahrradprojekte wie Radschnellwege und Fahrradbrücken, die in der Öffentlichkeit für neue Schwerpunkte stehen“, so Werner Böttcher, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC in Bonn. Das während der Coronakrise die Zahl der Radfahrer in Bonn noch gestiegen ist, wie die Dauerzählstellen der Stadt Bonn ausweisen, stehe für die hohe Akzeptanz des Fahrrades in der Bevölkerung.

Im 1. Quartal querten 508.700 Radfahrer die Kennedybrücke, das waren trotz Corona 14.300 mehr als im Vorjahreszeitraum. „Auf der Kennedybrücke wächst der Radverkehrs im Schnitt um 104.000 Radfahrer pro Jahr“, so ADFC-Verkehrsplaner Frank Begemann, der sich besonders mit der Möglichkeit einer Rheinquerung für Fußgänger und Radfahrer beschäftigt hat. „Die Kennedybrücke wurde 2019 unter der Woche im Schnitt von 8150 Radfahrern genutzt. Am Mittwoch waren es sogar 9.600 Radfahrer, trotz Corona“, so Begemann. „Die Kennedybrücke stößt beim Radverkehr an ihre Grenzen, obwohl die Anbindung der Brücke auf beiden Seiten nicht optimal ist. Die Kennedybrücke braucht in den nächsten Jahren bei weiter wachsendem Radverkehr Entlastung“, so Begemann.

Der ADFC begrüßt, dass alle Parteien mit Ausnahme der AfB die vom ADFC in die Diskussion gebrachte Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Rhein unterstützen und nun dem Stadtrat empfohlen haben, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. „Der ADFC hält eine Brücke zwischen Ringstraße in Beuel und Zweiter Fährgasse auf Bonner Seite für sehr geeignet“, so Begemann. „Sie würde die Wohngebiete in Beuel sowie die dortige Radinfrastruktur direkt mit den Uni-Hotspots wie Bibliothek, Juridicum, Mensa und Hauptgebäude sowie den großen Arbeitgebern im Bundesviertel wie UN, Deutsche Post DHL, Telekom, Postbank und GIZ verbinden.“ Außerdem wäre eine Brücke dort eine ideale Verknüpfung des Beueler Bahnhofes mit der Bonner Seite und wäre dadurch per Rad schnell erreichbar.

Zudem ist der ADFC überzeugt, dass eine attraktive Rheinbrücke auch ein touristisches Highlight für Bonn werden kann. So hat ein Architektenwettbewerb in London für den Bau einer Fahrrad- und Fußgängerbrücke außerordentliche und spektakuläre Ergebnisse gebracht. „Diese Brücke könnte nicht nur Bonn und Beuel enger verbinden, sie könnte zugleich ein Erholungspunkt mitten über dem Rhein sein, ein visuelles Zeichen setzen und Teil einer Aufwertung und Belebung des Bonner Rheinufers sein, an dem Bonn schon seit Jahren fast vergeblich arbeitet“, so Böttcher. Deshalb hat der ADFC auch schon einen Namensvorschlag: „Wegen der großen Naturverbundenheit Beethovens und dem direkten Blick von der Brücke aus ins Siebengebirge, einem seiner Lieblingsplätze, sollte die neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke Beethovenbrücke heißen“, so Begemann.

Hinweis: Die spektakulären Brückenentwürfe für London finden Sie unter folgendem Link:

https://www.sueddeutsche.de/reise/bruecken-design-sehensmerkwuerdigkeit-fuer-london-gesucht1.2373970-7

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