Start ungewiss: Sanierung der Straße am Hauptbahnhof verzögert sich weiter - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Verkehrssistuation mit Straßenbahn und Autos am Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof © Sascha Engst / Bundesstadt Bonn

Start ungewiss: Sanierung der Straße am Hauptbahnhof verzögert sich weiter

Am 10.04.2026 hat das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen das Nahmobilitätsprogramm 2026 veröffentlicht - Größter Posten in unserer Region: Sanierung der Straße Am Hauptbahnhof mit rund 1,4 Millionen Euro

Am 10. April 2026 hat das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen das Nahmobilitätsprogramm 2026 veröffentlicht. 172 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel gehen daraus in den "Ausbau moderner und sicherer Radinfrastruktur“ an die Gebietskörperschaften, also die Kreise, Städte und Gemeinden. Größter Posten in unserer Region ist die Förderung des Radinfrastrukturanteils im Rahmen der Sanierung der Straße Am Hauptbahnhof mit rund 1,4 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Empfänger: die Stadt Bonn.

Für die Maßnahme liegt mit dem Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Köln seit dem 28.10.2024 Baurecht vor. Laut „Masterplan 2026“ des Bonner Tiefbauamtes war der Baubeginn für den 1. Juli 2026 vorgesehen. Die Dauer der Baumaßnahme war auf zwei Jahre bis zum 31.07.2028 angesetzt. In seiner Sitzung am 28.09.2017 hatte der Stadtrat die Vorplanung zu den Straßen „Am Hauptbahnhof“ und „Rabinstraße“ beschlossen. Im Februar 2025 frohlockte das städtische Presseamt noch über den Planfeststellungsbeschluss: „Damit hat die Bezirksregierung nach eingehender Prüfung der Stadt grünes Licht für die dringend benötigte Herrichtung der Straße, der Gleiskörper, einer Neuaufteilung der Verkehre und der barrierefreien Herrichtung des Fußwegs von der Innenstadt zum Gebäude des Hauptbahnhofes gegeben. Nach dem erfolgten Planfeststellungsbeschluss wird das Tiefbauamt der Bundesstadt nun die europaweite Ausschreibung für diese Großbaumaßnahme vorbereiten und durchführen. Diese Arbeiten werden noch einige Monate in Anspruch nehmen. Frühestmöglicher Baubeginn wird im dritten oder vierten Quartal 2025 möglich sein.“
 
Grund genug für den ADFC, mal nachzufragen, wie es ab Einrichtung der Baustelle mit der Führung des Radverkehrs in dem ohnehin für Radfahrende problematischen Bereich rund um den Hauptbahnhof bestellt sein wird? Ergebnis: Gar kein Grund zur Sorge! „Der Umbau der Straße am Hauptbahnhof wird frühestens im vierten Quartal 2026 beginnen“, teilt uns das städtische Presseamt mit. Und „die Ausschreibung steht noch aus“. Für solche Ausschreibungen gelten Fristen. Das kann auch schon mal mehrere Wochen bis Monate dauern. Vielleicht will das Bonner Tiefbauamt auch warten, bis die Deutsche Bahn die linksrheinische Strecke zwischen Köln und Bonn im Rahmen der geplanten Generalsanierung komplett sperrt? Das soll nach bisheriger Planung der DB vom 4. Februar bis zum 7. Juli 2028 stattfinden. Allerdings: Die Halbwertzeit der angekündigten DB-Planungen ist mindestens so fragil wie die der Stadt Bonn.
 
Also lauter gute Nachrichten: Es wird mal wieder nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Verzögern und Verschieben sind in Bonn so zu Hause wie die Stadtpatrone Cassius und Florentius. Und wirklich kein Grund zur Sorge: „Die Führung des Radverkehrs während der Baumaßnahme wird den maßgebenden Richtlinien entsprechend eingerichtet.“ Na, dann kann ja gar nichts mehr schief gehen.

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