
Am Hauptbahnhof © Sascha Engst / Bundesstadt Bonn
ADFC: Sanierung der Straße vor dem Bonner Hauptbahnhof verzögert sich weiter
Arbeiten noch nicht ausgeschrieben – Noch kein Konzept für die Führung des Radverkehrs während der Bauzeit
Die Sanierung der Straße vor dem Bonner Hauptbahnhof wird nicht wie von der Stadt im Masterplan des Tiefbauamtes angekündigt am 1. Juli beginnen. Wie der ADFC Bonn/Rhein-Sieg in seinem monatlichen Newsletter berichtet, hat die europaweite Ausschreibung der Sanierung der Straße Am Hauptbahnhof zwischen Südunterführung und Einmündung Thomas-Mann-Straße noch nicht einmal begonnen. „Der Umbau der Straße am Hauptbahnhof wird frühestens im vierten Quartal 2026 beginnen“, teilte die Stadt dem ADFC Bonn/Rhein-Sieg auf eine entsprechende Anfrage mit. Darin bestätigt die Stadt zudem, dass die Ausschreibung der aufwändigen Arbeiten, die europaweit ausgeführt werden muss, noch nicht erfolgt ist. Deshalb zweifelt der ADFC daran, dass die Arbeiten überhaupt noch in diesem Jahr beginnen werden. Denn die sich auf zwei Jahre ersteckenden Arbeiten sind erheblich.
Geplant ist, die Schienen der Straßenbahn um einige Meter Richtung Innenstadt zu verlegen, die gesamte Fahrbahndecke zu sanieren und zwei markierte Radwege anzulegen mit größerem Abstand zur Straßenbahn. Es wird zudem breitere Gehwege geben. Die neuen Straßenbahnhaltestellen werden barrierefrei sein. In der Nordunterführung wird das Kopfsteinpflaster durch Asphalt ersetzt, was auch dem Radverkehr sehr zugute kommt. Außerdem ist eine neue Radabstellanlage für 140 Räder neben der Kreuzung mit der Thomas-Mann-Straße geplant, die durch die bestehende Fußgängerbrücke über die Nordunterführung direkt mit Gleis 1 verbunden sein wird.
Zur Führung des Radverkehrs während der zweijährigen Bauphase teilte die Stadt Bonn mit: „Die Führung des Radverkehrs während der Baumaßnahme wird den maßgebenden Richtlinien entsprechend eingerichtet.“ ADFC-Verkehrspolitiker Bernhard Meier kommentiert ironisch: „Dann kann ja gar nichts mehr schief gehen.“ Das Problem: Durch die Baustelle wird der Radverkehr wahrscheinlich die Strecke vorbei am Hauptbahnhof nicht mehr nutzen können. Das erschwert die Querung der Innenstadt erheblich. Zudem wird während der Bauarbeiten die Nordunterführung gesperrt, so dass für den Radverkehr nur noch die Südunterführung zur Verfügung steht. Wie die Stadt den Radverkehr während der Bauphase leiten will, ist nicht bekannt.