Zum Urteil Oxfordstraße: Stadt sollte mit allen Seiten ins Gespräch gehen - ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e. V.

Zum Urteil Oxfordstraße: Stadt sollte mit allen Seiten ins Gespräch gehen

ADFC hofft auf konstruktives Vorgehen der Stadt – „Miteinander reden, nicht klagen“

Oxfordstraße - Stadthaus © Axel Mörer

Der ADFC Bonn/Rhein-Sieg hat nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln zur Oxfordstraße die Stadt aufgefordert, mit allen Beteiligten das Gespräch für konstruktive Lösungen zu suchen. „Nachdem das Gericht festgestellt hat, dass das Fahrverbot für Radfahrer auf der Oxfordstraße zwischen Budapester Straße und Wilhelmstraße nicht ausreichend begründet wurde, hoffen wir, dass die Stadt bei der Lösung der Verkehrsprobleme alle Beteiligten ins Boot holt“, sagt ADFC-Kreisvorsitzender Peter Lorscheid. „Die Stadt hat eine Gefährdung der Radfahrer durch die Umleitung über den Friedensplatz im Mischverkehr mit den Bussen eine zusätzliche Gefährdung in Kauf genommen, ohne dass der Autoverkehr davon profitiert hat“, so Lorscheid. Denn die vierspurige Verkehrsführung des Autoverkehrs in Richtung Kennedybrücke auf wenigen Hundert Metern endet in Höhe des Friedensplatzes, wo der Autoverkehr wieder auf eine Spur zusammengeführt wird. Die Hoffnung, dass der Verkehr flüssiger läuft, hat sich nicht bewahrheitet, so Lorscheid. 

Dabei sehe die Stadt selbst andere Möglichkeiten, den Verkehr besser zu führen, ohne Radverkehr auf Teilabschnitten zu verbieten. „In dem Urteil zitiert das Verwaltungsgericht aus der Variantenprüfung der Stadt zur Oxfordstraße, wonach die Ampelphasen der Kreuzung am Stadthaus einen wesentlichen negativen Beitrag zum Staugeschehen leisten“, so der Verkehrspolitische Sprecher des ADFC in Bonn, Wolfgang Utehs. In der städtischen Variantenprüfung urteilt die Stadt Bonn über die Kreuzung am Stadthaus, „dass das Ampelprogramm, an diesem komplexen Knoten, an dem sowohl Kfz-, als auch Stadt- und Straßenbahnströme, Fuß- und Radverkehr sowie Linksabbiegebeziehungen abgewickelt werden müssen, den Stau auslöst.“

Der ADFC begrüßt das Urteil und appelliert an die Stadt, die rechtliche Auseinandersetzung nicht durch eine Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht fortzusetzen, sondern über bessere Lösungen zu sprechen. „Oberbürgermeister Guido Déus hat selbst von einen Reallabor gesprochen, in dem Maßnahmen auch zurückgenommen werden, wenn sie nicht sinnvoll sind. Genau darüber sollten wir sprechen“, so Utehs. 

„Auch die vierspurige Führung des Autoverkehrs auf einem kurzen Stück hat ja die Staus nicht aufgelöst“, so ADFC-Vorsitzender Lorscheid. „Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass es Lösungen gibt, den Stau in der Innenstadt aufzulösen. Das enge Straßennetz kann den Verkehr einer Autobahn nicht zusätzlich verkraften. Deshalb muss es darum gehen, Lösungen zu finden, den Verkehr für alle Verkehrsteilnehmer sicher und so zügig wie möglich abzuwickeln.“ Deshalb sei es sinnvoll, dass Oberbürgermeister Déus jetzt zu Gesprächen einlädt, in denen auch der Radverkehr nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung gesehen wird. „Wir sollten jetzt miteinander reden und nicht klagen“, so Lorscheid.


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